Die Ursache für das Massaker in Plötzensee vom 7.-9. September 1943 ist u.a. in diesem Dokument zu erkennen:



Die Ursachen für die beschleunigte Hinrichtung, ohne das Gnadenerweis-Verfahren für Karlrobert-Kreiten abzuwarten, sieht Walter Loch so:

Kreitens Unglück war es, daß sein Prozeß, die Verurteilung, die Überstellung nach Plötzensee in eine Zeit fielen, in der die übliche Hektik im Justizministerium in Hysterie ausartete. Der Minister hatte Angst. Im August 1943 hatte Hitler sein Mißfallen geäußert, daß im Reich mehr als 900 Todesurteile nicht vollstreckt seien, und dies bei zunehmender Luftkriegsgefahr. Tatsächlich wurde in der Nacht zum 4. September die Strafanstalt Plötzensee von Fliegerbomben getroffen. Im Ministerium fürchtete man um die »Sicherheit« der rund 300 zum Tode verurteilten Gefangenen, die dort einsaßen. Man sah nur einen Ausweg: die beschleunigte Hinrichtung. Auf die normale Weise war sie nicht möglich. Das Fallbeil war aus der Bettung gerissen; die Reparatur würde eine Woche dauern. So viel Zeit hatte man nicht. Man dachte daran, die Gefangenen auf Schießständen der Wehrmacht zu erschießen.

Es kam anders. Bausachverständige hatten die Stabilität der Wände im Hinrichtungsraum festgestellt. Sie waren jedenfalls fest genug, um die Hängevorrichtung zu halten. Der Scharfrichter Roettger und seine Gehilfen wurden nach Plötzensee zitiert. Die Urteile sollten durch Erhängen vollstreckt werden.

Am Morgen des 8. März waren 186 Häftlinge tot, jeweils in Gruppen zu acht aufgehängt.






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